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Kulturerbeerhalt

Kultur gut erhalten

Die Erhaltung und Pflege des Museen über Generationen anvertrauten kulturellen Erbes steht für uns im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Mit kleinen Erklärfilmen, Handreichungen, Checklisten oder der Publikation von Tagungsbeiträgen unserer Fortbildungsangebote und Literaturtipps möchten wir Sie hier künftig für diesen zentralen Kernauftrag musealer Arbeit sensibilisieren.

Wir starten mit dem Aufruf zum EU-Stickstoffverbot.

Aktuell bewegt uns, dass europaweit kulturelles Erbe in großer Gefahr ist, unschätzbare Kunstwerke und Ethnographica oder Naturalia drohen, unwiederbringlich verloren zu gehen.

Bitte beteiligen Sie sich an der EU-weiteren Anhörung, jede einzelne Stimme zählt! Überzeugen Sie Ihren Träger, Ihr Team, Ihren Förderverein, Ihre Unterstützer, Freunde und Bekannt davon sich zu äußern.

Erforderlich ist nur ein Internet-Zugang. Die Teilnahme ist einfach online möglich und selbsterklärend sowie, wenn gewünscht, vertraulich. Bitte nehmen Sie sich die Zeit und lesen unseren Aufruf, an dessen unterem Ende finden Sie eine kleine Ausfüllhilfe in deutscher Sprache im pdf-Format.

Aufruf zur Rettung unseres kulturellen Erbes: Ausnahmeregelung zum Stickstoffverbot für Kulturguterhalt zulassen (EU 528/2012) – jede Stimme zählt - JETZT

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Unterstützerinnen und Förderer von Kulturguterhalt,

geben Sie jetzt Ihre Stimme ab für den Erhalt unseres kulturellen Erbes in Museen, Kirchen und Schlössern etc. und beteiligen Sie sich bis zum 18. Januar 2020 an der EU-weiten Anhörung im Internet. Jede Stimme zählt! Hier können Sie Ihre Stimme abgeben.

Wertvolle Kulturgüter, z.B. farbig gefasste, aus Holz geschnitzte Bildwerke christlicher Kunst, kostbar verziertes Mobiliar oder ethnologische Sammlungen, sind in Gefahr. Museumsfachleuten, Denkmalpflegern und Restauratorinnen ist eine sichere und effiziente Methode der Schädlingsbekämpfung verwehrt. Insekten, die organische Materialien, wie z. B. Holz, zerstören, dürfen nicht mehr wirksam und schonend für Mensch und Umwelt bekämpft werden.

Die EU hat mit der Verordnung 528/2012 die seit Jahrzehnten bewährte sog. In-situ Stickstoff- oder Anoxiabehandlung verboten. Die europäische Biozidverordnung reguliert die Verwendung von Chemikalien, die zum Beispiel im Pflanzenschutz eingesetzt werden. Die Folgen für Aspekte des Kulturguterhalts hatte man dabei offensichtlich gar nicht im Blick.

Der bereits zu achtzig Prozent in der Luft enthaltene Stickstoff wird bei dieser sog. Stickstoffbehandlung angereichert und der Sauerstoffgehalt stark reduziert. Im Gegensatz zu Wärme- oder Kältebehandlung oder gar dem Einsatz von hochtoxischen Substanzen in der Vergangenheit, hat sich diese Methode insbesondere für hochwertige Kulturschätze als ungiftig und nicht substanzschädigend seit langem bewährt.

Die Verwendung von Stickstoff in Druckgasflaschen bringt erhebliche Mehraufwendungen für Sicherheit und Arbeitsschutz mit sich. Die EU Verordnung erlaubt derzeit nur diese Behandlungsmethode, die zudem nur noch eine einzige Firma (Rentokil) durchführen darf. Dies schränkt nicht nur den freien Wettbewerb erheblich ein, sondern verhindert die rechtzeitige, fachgerechte Einleitung von Bestandserhaltungsmaßnahmen am Kulturgut. ICOM-UK hat dazu ausführliche Informationen bereitgestellt: Link zu ICOM.

Setzen Sie sich bitte gemeinsam mit uns und zahlreichen weiteren Partnern ein für eine Ausnahmeregelung, die die Stickstoffbehandlung zur Erhaltung von Kulturgütern zulässt.

Anderenfalls wird ein großer Teil unseres kulturellen Erbes schwer geschädigt oder unwiederbringlich verloren gehen.

Fordern Sie mit uns gemeinsam die Europäische Kommission dringend auf, für den Kulturguterhalt eine Ausnahmeregelung nach Art. 55(3) der Biozidverordnung zu erlassen, da die umweltfreundliche in-situ Stickstoffbehandlungsmethode eine schädigungsfreie Behandlung aller Materialien zulässt. Weitere Argumente sind in der Begründung zu o.g. Anhörungsantrag der österreichischen Regierung aufgeführt: Link.

Der Internationale Museumsrat ICOM und der Internationale Denkmalrat ICOMOS haben eine gemeinsame Stellungnahme publiziert: Link.

Dieser Stellungnahme sowie der Initiative der Europäischen Restauratorenvereinigung E.C.C.O. und dem Verband der Restauratoren (VDR) sowie dem Antrag der Republik Österreich schließen wir uns an und bitten um Ihre rege Beteiligung zur Rettung und langfristigen Erhaltung wertvoller Kulturgüter. Link1  Link2

Gemeinsam mit Vielen engagieren wir für die Erhaltung des europäischen Kulturerbes!

Wir agieren gemeinsam mit vielen Partnern. Neben den Links im Aufruf finden Sie hier nicht nur das von ICOM und ICOMOS gemeinsam entworfene Musteranschreiben an die EU-Kommission zum Download, sondern auch einzelne Stellungnahmen von Fachinstitutionten und - verbänden an die EU-Kommission:

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© Sächsische Landesstelle für Museumswesen