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Corona-Schutz

Handlungsempfehlung für eine schrittweise Öffnung von Museen für den Publikumsverkehr

Neue Regelungen der Corona-Schutz -Verordnung treten am 24. Oktober 2020 in Kraft und bleiben vorerst bis 25. Januar 2021 gültig. Die Allgemeinverfügung vom 29. September 2020 bleibt weiterhin bis einschließlich 2. November 2020 bestehen.

Der Freistaat Sachsen hat seit 4. Mai 2020 die Öffnung von Museen, Gedenkstätten, Ausstellungshäusern, etc. erlaubt. Aktuelle Informationen finden Sie stets unter: www.coronavirus.sachsen.de.

Im Kasten rechts stehen die Anordnung von Hygieneauflagen zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus (Allgemeinverfügung) vom 29. September 2020 und die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 21. Oktober 2020 zum Download. In beiden Dokumenten haben wir das Wesentliche für Museen gelb markiert; Neues ist grün unterstrichen. Für Museen und museumsähnliche Einrichtungen, Bibliotheken und Archive gibt es keine speziellen Regelungen. Die geltende Allgemeinverfügung stellt als Grundsatz voran, dass alle Gebote und Regeln, die derzeit im öffentlichen Raum gelten, soweit möglich, auch innerhalb von Einrichtungen umzusetzen sind.

Unsere Handlungsempfehlung für eine schrittweise Öffnung von Museen für den Publikumsverkehr hat in wesentlichen Punkten weiterhin Bestand. Die aktualisierte Handreichung steht ebenfalls im Kasten rechts zum Download (jüngste Änderungen sind gelb markiert).

Die wichtigsten Grundsätze haben wir im Folgenden zusammengefasst und Neues fett markiert:

Sobald mehr als 35 oder 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen auftreten gilt §7 der Corona-Schutz-Verordnung: die kommunalen Behörden können daraufhin neue verschärfte Regelungen erlassen, die dringend zu beachten sind.

Wenn dies nicht der Fall ist gilt folgendes:

  • Nur Personen ohne COVID-19-Verdacht dürfen Einrichtungen bzw. Angebote besuchen bzw. nutzen.
  • Der Mindestabstand von 1,5 Metern ist in der Regel einzuhalten.
  • Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird dringend empfohlen, insbesondere wenn der Mindestabstand von 1, 5 Metern nicht eingehalten werden kann.
  • Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Ladengeschäften (Museumsshops) ist weiterhin gesetzlich vorgeschrieben.
  • Möglichkeiten der freiwilligen Gäste- und Besucherregistrierung sollten vorgehalten werden, um eine Kontaktverfolgung zu erleichtern. Daten müssen dann erhoben werden, wenn das Infektionsgeschehen den Inzidenzwert übersteigt oder eine lokale Verordnung vorliegt, die dies festlegt.
  • Der Träger/Betreiber hat durch Zugangsbeschränkungen und organisatorische Regelungen sicherzustellen, dass der Mindestabstand in allen Bereichen des Hauses eingehalten werden kann.
  • In Abhängigkeit von der Größe der Einrichtung und den räumlichen Gegebenheiten ist eine Obergrenze für die Anzahl der zeitgleich anwesenden Gäste im Hygienekonzept festzulegen, die die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleistet.
  • Eine für die Einhaltung der Regeln verantwortliche Person vor Ort ist zu benennen, die bei Kontrollen Auskunft gibt.
  • Enge Bereiche sollten so umgestaltet werden oder der Zugang so beschränkt werden, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann.
  • Auf Hinweisschildern/-plakaten sollten alle Hygienevorgaben, die an dem jeweiligen Ort gelten, prägnant und übersichtlich dargestellt werden. Aktualisierte Plakate vom Oktober 2020 für den Museumszugang stehen im Kasten rechts zum Download.
  • Möglichkeiten der freiwilligen Gäste- und Besucherregistrierung sollten vorgehalten werden, um eine Kontaktverfolgung zu erleichtern.
  • Es sind Vorkehrungen zu treffen, damit sich alle Personen nach Betreten der Gebäude die Hände waschen bzw. desinfizieren können.
  • Touch-Stationen und interaktive Ausstellungselemente dürfen durchaus angeboten werden. An jeder Station müssen jedoch Desinfektionsmittelspender aufgestellt werden und die Oberflächen der interaktiven Elemente sind mindestens 2x täglich zu reinigen. Bitte beachten Sie, dass auch Besucher*innen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen weiterhin das Museum besuchen können und Sie auf Nachfrage desinfizierte Hilfsmittel anbieten können.
  • Führungen oder ähnliche Formate können mit zehn Personen plus einem kompletten Hausstand bzw. alternativ mit zwei Hausständen ohne Wahrung des Mindestabstands zwischen den Teilnehmenden durchgeführt werden, sofern die lokale Verordnung der Stadt oder des Landkreises nichts Gegenteiliges festlegt.
  • Bei schulischen Veranstaltungen entfällt der Mindestabstand von 1,5 Metern.
  • In vom Besucherverkehr getrennten Innenräumen und Außenbereichen dürfen private Feiern mit bis zu 100 Personen stattfinden. Außer in Gebieten mit erhöhtem Infektionsgeschehen liegt die Grenze bei höchstens 25 Teilnehmer*innen aus Familien- und Freundeskreis.
  • Betriebs- und Vereinsfeiern mit bis zu 50 Personen sind unter Einhaltung der Hygieneregelungen ebenfalls erlaubt, außer die lokale Verordnung der Stadt oder des Landkreises legt etwas anderes fest.
  • Konzertveranstaltungsorte, Kinos, Tagungs- und Kongresszentren sowie Volksfeste, Jahrmärkte und Weihnachtsmärkte benötigen ein genehmigtes Hygienekonzept.
  • Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besucher*innen dürfen nur stattfinden, sofern eine datenschutzkonforme und datensparsame Kontaktverfolgung möglich ist und ein genehmigtes, auf die Veranstaltungsart bezogenes Hygienekonzept vorliegt und das Gebiet kein erhöhtes Infektionsgeschehen aufweist. Ab 20 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen vor Beginn der Veranstaltung (bzw. im Falle von Weihnachtsmärkten während dessen Dauer) sind Großveranstaltungen ohne weitere behördliche Entscheidung untersagt.
    Bei Veranstaltungen, die in einem Gebiet mit erhöhten Infektionsgeschehen stattfinden, also über 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen liegt die Obergrenze der Teilnehmerzahl im Außenbereich bei 250 Personen und im Innenbereich bei 150 Personen. Liegen die Neuinfektionen bei 50 auf 100 000 Einwohnern ist die Teilnehmerzahl auf 100 Personen zu begrenzen. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt erneut abgestimmten Hygienekonzeptes und dessen Genehmigung.
  • Bitte versäumen Sie nicht, Ihre Maßnahmen mit Ihrem Sicherheitskonzept für das Museumsgut abzugleichen. Das Offenhalten von Eingangs- oder Ausgangstüren ist sowohl aus konservatorischen als auch aus Sicherheitsgründen nicht immer zu empfehlen. Eine manuelle Lüftung von Museumsräumen sollte kontrolliert und nur auf wenige, mit entsprechenden Insektenschutzgittern versehene Fenster beschränkt werden.

Die Verantwortung und Fürsorge für Gesundheit und Wohlergehen der Museumsmitarbeiter*innen, -dienstleister und -besucher*innen sollte für Museumsträger, -betreiber und Museumsleitungen höchste Priorität besitzen.

Die Entscheidung über die Öffnung eines Hauses und die Regelung des Zugangs und der Hausordnung obliegt stets dem jeweiligen Träger/Betreiber unter Einhaltung der aktuell gültigen Allgemeinverfügung und Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen. Zusätzlich sind die Vorgaben der jeweiligen Kommunalverwaltung sowie der örtlichen Gesundheitsämter zu beachten. Zur Gewährleistung von Gesundheit und Wohlergehen der Museumsmitarbeiter*innen ist der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlichte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und, soweit vorhanden, dessen branchenspezifische Anpassung durch den zuständigen Unfallversicherungsträger oder die Aufsichtsbehörde zu berücksichtigen.

In der ersten Ausgabe unserer Handlungsempfehlung zur schrittweisen Museumsöffnung haben wir uns in Abstimmung mit dem Vorstand des Sächsischen Museumsbundes an den Handlungsempfehlungen der Sprecherin der Konferenz der Museumsberater der Länder am Museumsverband Sachsen-Anhalt orientiert und viele weitere Empfehlungen dafür ausgewertet. Die Öffnung der Museen bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung, Investitionen in Hygiene-Maßnahmen und mehr Personal für die Besucherbetreuung und -lenkung.

Für die Öffnung Ihrer Fachbibliotheken und Archive orientieren Sie sich bitte ebenfalls an der aktuell gültigen Allgemeinverfügung und Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen sowie den Empfehlungen des Deutschen Bibliotheksverbandes.